Musichimi-Klinik macht gute Fortschritte

Mitglieder des Freundeskreises Uganda zusammen mit dem ugandischen Projektpartner Pfarrer Vincent Ndanda (Dritter von rechts).
Mitglieder des Freundeskreises Uganda zusammen mit dem ugandischen Projektpartner Pfarrer Vincent Ndanda (Dritter von rechts).

TIM ZAJONTZ, Geislinger Zeitung

Bei tropischen Temperaturen feierte der Freundeskreis Uganda am Samstag sein Sommerfest. Besonders herzlich begrüßten die zahlreichen Besucher Pfarrer Vincent Ndanda. Der ugandische Projektpartner des Geislinger Vereins, nutzte eine Europareise, um den Mitgliedern vor Ort aus erster Hand von der aktuellen Lage in dem ostafrikanischen Land zu berichten. Thomas Bopp, der Vorsitzende des Freundeskreises, begrüßte den langjährigen Partner in der Krypta der Kirchengemeinde St. Johannes: „Hauptziel unseres Vereins ist der Austausch zwischen Menschen, die in Afrika leben, und Interessierten aus unserer Heimat. Wir freuen uns deshalb sehr, dass du heute bei uns sein kannst.“

Vincent Ndandas Ausführungen machten schnell deutlich, wie angespannt die wirtschaftliche und politische Lage in Uganda weiterhin ist. Positives wusste der katholische Pfarrer jedoch vom Partnerprojekt Musichimi-Klinik zu berichten: Die Klinik im Südosten des Landes ist im Umkreis von 80 Kilometern die einzige medizinische Einrichtung und Anlaufstelle für 14 000 Menschen. Bestand das Personal zur Eröffnung 2004 noch aus einer Krankenschwester, arbeiten nun ein medizinischer Leiter, eine Krankenschwester, eine Hebamme und ein Laborassistent in der Krankenstation. Eine befreundete Ärztin hilft bei schweren Erkrankungen aus.

2012 seien 2200 Patienten ambulant in der Musichimi-Klinik behandelt worden. Die häufigsten Krankheiten seien Malaria, Typhus und andere Infektionskrankheiten, so Vincent Ndanda. Viele Frauen suchten die Klinik zudem immer häufiger zur Entbindung und der Vor- und Nachsorge bei einer Geburt auf. Dank gespendeter Solarzellen kann mittlerweile rund um die Uhr ein Kühlschrank für die dringend benötigten Impfstoffe betrieben werden.

Auch gesundheitliche Aufklärungsarbeit wird betrieben: „Wir müssen die lokale Bevölkerung über die gesundheitlichen Folgen bestimmter traditioneller Verhaltensweisen und die Gefahr des HI-Viruses aufklären“, so Ndanda.

Das Ziel ist es, die stationäre Abteilung mit derzeit vier Betten auszubauen. Langfristig will man außerdem die Kosten für den Klinikbetrieb und die Gehälter des Personals eigenständig erwirtschaften. Zu diesem Zweck starteten die Verantwortlichen mithilfe von Spendern wie dem Freundeskreis Uganda ein Wohnungsbauprojekt: Die Mieteinnahmen werden künftig einen Teil der laufenden Kosten des Klinikbetriebs decken. Das erste Wohnhaus ist bald fertig, vier weitere sollen folgen.

Pfarrer Vincent Ndanda nutzte die Gelegenheit, um im Namen der Klinikverantwortlichen und der lokalen Bevölkerung für die Unterstützung aus Geislingen zu danken.

Bei afrikanischen Rhythmen und Gegrilltem unterhielten sich die Sommerfest-Besucher und der Gast aus Uganda im Anschluss bis in die späten Abendstunden.

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