Die „Musichimi“-Klinik

Gesundheitsversorgung fernab der Hauptstraßen

Das „Musichimi Health Centre“ ist eine Klinik im Busia-Distrikt im Südosten Ugandas. „Musichimi“ bedeutet Busch oder Wald und beschreibt die dortige Vegetation. Die ländliche Gegend ist geprägt von fehlender Infrastruktur und sehr geringen Einkommen. Medizinische Versorgung können sich hier nur die wenigsten leisten, zumal es an entsprechenden Einrichtungen mangelt. Dies hat Pfarrer Dr. Vincent Ndanda und das deutsche Ehepaar Dietze dazu bewogen, die Klinik ins Leben zu rufen.

Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2004 versorgt die Klinik eine stetig wachsende Patientenzahl in einem Einzugsgebiet, in dem rund 6.000 Menschen leben. Neben der Behandlung von Infektionskrankheiten wie Malaria, Typhus oder Tuberkulose werden in der Musichimi-Klinik auch Entbindungen vorge-
nommen. Die Klinik bietet zudem Labortests, Schutzimpfungen sowie Beratung für Mütter und HIV-Infizierte an.

„Dorfvisite“, Gesundheitsprävention und Aufklärung

Das Einzugsgebiet der Klinik ist riesig und den Menschen fehlt es an Transportmöglichkeiten in der unwegsamen Region ohne geteerte Straßen. In so genannten „Outreach“-Programmen besucht das Klinikpersonal deshalb regelmäßig die umliegenden Dörfer und Siedlungen. Bei diesen Besuchen berät das Team die Menschen zum Schutz vor Infektionskrankheiten, über notwendige Impfungen und zur Familienplanung. Außerdem klärt das Klinik-Team regelmäßig werdende Mütter über die medizinischen Vorteile einer Entbindung in der Musichimi-Klinik auf. Leider enden noch immer zu viele Geburten, die ohne Betreuung durch medizinisch geschultes Personal in den Dörfern erfolgen, für Mütter und/oder Babies tödlich. Erfreulicherweise sucht inzwischen eine schnell wachsende Zahl schwangerer Frauen zur Entbindung die Musichimi-Klinik auf.

Mieteinnahmen zur langfristigen Klinik-Finanzierung

Von Beginn an war das Ziel aller Beteiligten, die Klinik finanziell auf eigene Beine zu stellen. Als Nichtregierungsorganisation (NGO) erhält die Einrichtung nur in sehr begrenztem Umfang staatliche Unterstützung. Der Großteil der laufenden Kosten, darunter die Gehälter des Klinikpersonals, und der Ausbau der Klinik wurden lange Zeit von ausländischen Spender*innen getragen. Im Jahr 2011 entschied sich der Freundeskreis deshalb, das „Mayuge Housing Project“ zu unterstützen, um die finanzielle Abhängigkeit der Musichimi-Klinik schrittweise zu verringern. Mithilfe von Spenden des Freundeskreises und anderer Unterstützer*innen konnten in diesem Projekt zwei Doppelhäuser sowie fünf kleinere Wohneinheiten in der Kreisstadt Mayuge errichtet werden. Dank der Mieteinnahmen aus dem Hausbauprojekt kann das „Musichimi Health Centre“ inzwischen die laufenden Kosten aus dem Klinikbetrieb eigenständig decken. Echte „Hilfe zur Selbsthilfe“!

Spenden-Marathon für eine „Musichimi-Ambulanz“

Mit stetig wachsenden Patientenzahlen stieg seit Gründung der Klinik im Jahr 2004 auch der Bedarf an Krankentransporten. Die Menschen im Einzugsgebiet der Musichimi-Klinik im Süden des Busia-Distrikts leben in weit zersiedelten Dörfern. Ein motorisiertes Fahrzeug besitzt niemand. In der Gegend gibt es weder geteerte Straßen noch öffentliche Transportmittel. Vor allem in den Regenzeiten werden die Pisten teils unpassierbar. Das nächstgelegene, größere Krankenhaus für Überweisungen schwerer Fälle ist 80 Kilometer entfernt. Einziges Gefährt der Klinik war bis vor Kurzem eine so genannte „Busch-Ambulanz“, ein Geländemotorrad mit Anhänger.

Die Stabilisierung der Einnahmen der Klinik durch das „Mayuge Housing Project“ eröffnete 2017 den Spielraum, das Mobilitätsproblem der Musichimi-Klinik anzugehen. Zwar kann die Klinik nun ihre laufenden Kosten selbst decken, die Investition in ein allradbetriebenes Ambulanzfahrzeug war jedoch undenkbar. In enger Absprache mit den Projektpartnern schaffte der Freundeskreis ein geeignetes Fahrzeug in Südafrika an. In einem Spenden-Marathon der besonderen Art wurde das Fahrzeug nach Uganda überbracht, wo es Ende November 2017 feierlich an die Verantwortlichen der Musichimi-Klinik übergeben werden konnte.

Freunde und Partner

Pfarrer Dr. Vincent Ndanda, Initiator der Musichimi-Klinik und ehrenamtlicher Geschäftsführer ihrer Trägerorganisation, ist ein langjähriger Freund unseres Vereins. Bei regelmäßigen, gegenseitigen Besuchen tauschen wir uns über Herausforderungen und Fortschritte aus und diskutieren die zentralen Weichenstellungen für die Zukunft des Klinik-Projektes. Dieser enge Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort stellen den Erfolg unserer Partnerschaft sicher.