{"id":957,"date":"2012-01-28T10:49:00","date_gmt":"2012-01-28T09:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/?p=957"},"modified":"2018-06-07T11:03:47","modified_gmt":"2018-06-07T09:03:47","slug":"hilfe-kommt-zur-rechten-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/index.php\/2012\/01\/28\/hilfe-kommt-zur-rechten-zeit\/","title":{"rendered":"Hilfe kommt zur rechten Zeit"},"content":{"rendered":"<h3>GZ-Aktion unterst\u00fctzt das Projekt &#8222;Uganda&#8220; \u2013 Tim Zajontz berichtet vor Ort<\/h3>\n<p><strong>Der Freundeskreis Uganda engagiert sich seit einigen Jahren in dem ostafrikanischen Land. Die GZ-Aktion unterst\u00fctzt heuer das Projekt. Der Geislinger Tim Zajontz berichtet vor Ort, wie die Hilfe ankommt.<\/strong><\/p>\n<p><em>TIM ZAJONTZ, Geislinger Zeitung<\/em><\/p>\n<p>JINJA \/ GEISLINGEN. Auf den ersten Blick hat sich in Uganda seit meinem letzten Besuch nur wenig ver\u00e4ndert. Die Menschen sind gastfreundlich wie eh und je, das Leben spielt sich auf der Stra\u00dfe ab. Allerdings hat sich die soziale und \u00f6konomische Situation gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung, vor allem im Laufe des letzten Jahres, merklich verschlechtert.<!--more--><\/p>\n<p>Bei einer Inflationsrate von momentan 27 Prozent kann sich die Mehrheit der Ugander allt\u00e4gliche Konsumg\u00fcter kaum noch leisten. Pfarrer Vincent Ndanda, verantwortlich f\u00fcr die vom Freundeskreis gef\u00f6rderte &#8222;Musichimi&#8220;-Klinik, berichtet, dass \u00fcber die Weihnachtsfeiertage im ganzen Land kein Brenngas mehr vorhanden war. Viele Ugander h\u00e4tten auf Letzteres zur\u00fcckgegriffen, weil sie sich Holzkohle &#8211; der am weitesten verbreitete Brennstoff zum Kochen &#8211; nicht mehr leisten konnten. In Familien, in denen keine Gas-Kochstelle vorhanden ist, musste g\u00e4nzlich auf ein warmes Weihnachtsmahl verzichtet werden.<\/p>\n<p>Roy Mwesigwa, der f\u00fcr das Schulprojekt in einem Slum von Jinja sowie f\u00fcr die Frauengruppe &#8222;Faith and Love&#8220; Verantwortung tr\u00e4gt, beides Projekte, die von den Spenden der GZ-Weihnachtsaktion profitieren, berichtet: &#8222;Die Preise f\u00fcr die Grundbed\u00fcrfnisse wie Essen, Brennstoff zum Kochen sowie f\u00fcr den Transport, Medikamente zur Behandlung allt\u00e4glicher Krankheiten, Schulgeld, Hygiene-Artikel wie Seife oder Zahncreme und ein ganzes Spektrum an Haushaltsg\u00fctern, haben sich zum Teil mehr als verdreifacht&#8220;. Die Unterst\u00fctzung der GZ-Leser kommt also gerade zur rechten Zeit.<\/p>\n<p>Trotz der angespannten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lage entwickeln sich unsere Partnerprojekte vor Ort positiv. Bei der &#8222;Glory Primary School&#8220; im Slumviertel Masese, die von einem Teil der Gelder aus der GZ-Aktion profitieren soll, klettern die Sch\u00fclerzahlen weiterhin nach oben. Mittlerweile werden dort fast 500 Kinder in den Grundschulklassen eins bis sieben unterrichtet. W\u00e4hrend die Schulgeb\u00e4ude bei meinem ersten Besuch im Jahr 2007 noch aus auf staubigem Grund errichteten Wellblechh\u00fctten bestanden, sind die Klassenzimmer mittlerweile in richtigen Backsteingeb\u00e4uden untergebracht und die Kinder sitzen an Schulpulten. 2011 musste der Freundeskreis die Schule mit einer &#8222;Nothilfe&#8220;, aushelfen, um die Schulspeisung weiter zu erm\u00f6glichen, nachdem sich die Preise f\u00fcr Maismehl und Feuerholz innerhalb weniger Tage verdreifacht hatten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_973\" aria-describedby=\"caption-attachment-973\" style=\"width: 2500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-973\" src=\"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Hilfe-kommt-zur-rechten-Zeit-e1528362006518.jpg\" alt=\"Der Geislinger Tim Zajontz bei der \u00dcbergabe von Spenden an Vertreterinnen der Gruppe &quot;Faith and Love&quot; (oben) und inmitten der 7. 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Klasse der &#8222;Glory Primary School&#8220; im Slumviertel von Masese bei Jinja. \u00a9 Fotos: Freundeskreis Uganda<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um seinem Leitgedanken der &#8222;Hilfe zur Selbsthilfe&#8220; nachzukommen, m\u00f6chte der Freundeskreis Uganda mithilfe von 6000 Euro der Spendengelder der GZ-Aktion nun die Fertigstellung eines Schlaftraktes unterst\u00fctzen. Der Internatsbetrieb ist f\u00fcr Sch\u00fcler von au\u00dferhalb des Slums gedacht, deren Eltern sich Schulgeb\u00fchren leisten k\u00f6nnen und mit ihrem Beitrag wiederum den allgemeinen Schulbetrieb und den kostenlosen Schulbesuch f\u00fcr arme Kinder finanziell absichern.<\/p>\n<p>Die Initiative &#8222;Faith and Love&#8220; &#8211; zu deutsch: &#8222;Glaube und Liebe&#8220; &#8211; um Faith Mwesigwa ist eine Selbsthilfegruppe und k\u00fcmmert sich um rund 20 Frauen, von jungen M\u00fcttern bis hin zu Gro\u00dfm\u00fcttern. Mehrere der Frauen sind am HI-Virus erkrankt, andere sind verwitwet. Alle kommen sie aus wirtschaftlich prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen. Die Gruppe startete bereits vor zehn Jahren als kleiner christlicher Gebetskreis, heute bietet sie Frauen jeglicher Konfession die M\u00f6glichkeit, sich gegenseitig Hilfestellung im Alltag zu leisten. &#8222;Wir k\u00f6nnen zusammensitzen und beten, das ist gut. Aber wir haben gemerkt, wir m\u00fcssen mehr tun als das&#8220;, sagt Faiths Ehemann, Roy, der die Gruppe in Verwaltungsangelegenheiten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Seit drei Jahren ist die Frauengruppe nun als offizielle &#8222;Community based Organization registriert. Diejenigen Frauen, die gesundheitlich dazu in der Lage sind, produzieren in Handarbeit Schmuck, den die Gruppe dann auf dem lokalen Markt verkauft. Der Freundeskreis Uganda importiert seit einiger Zeit die von den Frauen hergestellten Papierperlen-Halsketten und bringt sie, beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Geislinger Weltladen, an die Frau.<\/p>\n<p>Mit Erl\u00f6sen aus dem Verkauf sowie durch Spenden finanziert der Freundeskreis den Bau eines Schweinestalls. Die Schweinezucht dient der Frauengruppe &#8222;Faith and Love&#8220; als eine Art lebendige Geldanlage. Dass dies ein gelungenes Konzept ist, zeigt ein im vergangenen Jahr gebauter Stall, der der Frauengruppe seither zum Wirtschaften zur Verf\u00fcgung steht. Um vor allem den j\u00fcngeren Frauen eine Perspektive auf ein eigenes Einkommen zu er\u00f6ffnen, ist nun ein Ausbildungsangebot in Planung.<\/p>\n<p>Das &#8222;Musichimi Health Centre&#8220; ist eine Klinik im infrastrukturell wenig entwickelten Busia-Distrikt im S\u00fcdosten des Landes, mit dem der Freundeskreis Uganda seit 2007 zusammenarbeitet. Zuletzt unterst\u00fctzte der Verein den Kauf und die Installation einer Getreidem\u00fchle, die inzwischen einen Teil der Einnahmen der Klinik erwirtschaftet. Mittlerweile besch\u00e4ftigt die Klinik einen klinischen Leiter, einen Laboranten sowie zwei Krankenschwestern. Einen Arzt vor Ort gibt es aufgrund der finanziellen Situation nicht. An einigen Tagen im Monat besucht jedoch eine \u00c4rztin ehrenamtlich die Klinik.<\/p>\n<p>T\u00e4glich behandeln die Angestellten im Durchschnitt rund 20 Patienten. Nach wie vor machen Malaria- und verschiedene Infektionserkrankungen den Gro\u00dfteil der Krankheitsf\u00e4lle aus, aber auch Kinder &#8211; vor allem bei Problemgeburten &#8211; kommen in der Klinik zur Welt. Dringend ben\u00f6tigt wird in der Klinik ein gel\u00e4ndeg\u00e4ngiges Ambulanzfahrzeug, um den Transport schwerer Krankheitsf\u00e4lle, die in der Klinik nicht behandelt werden k\u00f6nnen, in das n\u00e4chstgelegene Krankenhaus zu erm\u00f6glichen. Dieses ist aufgrund der widrigen Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse, die im Umfeld der Klinik aus nichtgeteerten und mit Schlagl\u00f6chern \u00fcbers\u00e4ten Pisten bestehen, fast zwei Stunden Fahrt entfernt. Mit einem eigenen Fahrzeug k\u00f6nnte das Klinikteam auch sein Angebot an Hausbesuchen und Aufkl\u00e4rungskampagnen zur Gesundheitsvorsorge in den umliegenden D\u00f6rfern ausweiten. Der Freundeskreis Uganda ist daher gerade auf der Suche nach einem gebrauchten gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Krankenwagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GZ-Aktion unterst\u00fctzt das Projekt &#8222;Uganda&#8220; \u2013 Tim Zajontz berichtet vor Ort Der Freundeskreis Uganda engagiert sich seit einigen Jahren in dem ostafrikanischen Land. Die GZ-Aktion unterst\u00fctzt heuer das Projekt. Der Geislinger Tim Zajontz berichtet vor Ort, wie die Hilfe ankommt. TIM ZAJONTZ, Geislinger Zeitung JINJA \/ GEISLINGEN. 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