{"id":309,"date":"2015-05-28T15:05:56","date_gmt":"2015-05-28T13:05:56","guid":{"rendered":"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/?p=309"},"modified":"2018-06-07T14:08:10","modified_gmt":"2018-06-07T12:08:10","slug":"kultur-verstehen-und-voneinander-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/index.php\/2015\/05\/28\/kultur-verstehen-und-voneinander-lernen\/","title":{"rendered":"Kultur verstehen und voneinander lernen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_773\" aria-describedby=\"caption-attachment-773\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-773 size-medium\" src=\"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/interkulturelles-training-219x300.jpg\" alt=\"Die Fl\u00fcchtlinge kommen, aber wir sind nicht vorbereitet.\" width=\"219\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/interkulturelles-training-219x300.jpg 219w, https:\/\/freundeskreis-uganda.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/interkulturelles-training.jpg 387w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-773\" class=\"wp-caption-text\">Die Fl\u00fcchtlinge kommen, aber wir sind nicht vorbereitet.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zu einem interkulturellen Training hat j\u00fcngst der Freundeskreis Uganda geladen. Eine bunte Truppe von 25 Teilnehmern traf sich dazu in Sankt Johannes.<\/strong><\/p>\n<p><em>GEISLINGER ZEITUNG<\/em><\/p>\n<p>Was ist Kultur? Und welche Auswirkungen hat sie auf unser Zusammenleben? Welche Prozesse gehen in uns vor, wenn wir fremde Kulturen und Menschen wahrnehmen? Mit diesen und weiteren Fragen besch\u00e4ftigten sich die Teilnehmer des Treffens in der Krypta von Sankt Johannes. Gekommen waren neben in Geislingen lebenden Fl\u00fcchtlingen und Mitgliedern des Geislinger Arbeitskreises Asyl auch Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung. &#8222;Derzeit redet das ganze Land pausenlos \u00fcber Asylsuchende und die Auswirkungen der anhaltenden Fl\u00fcchtlingswellen. Dabei wird viel zu selten miteinander statt \u00fcbereinander geredet. Zu verstehen, was uns trennt und verbindet, ist aber die Voraussetzung f\u00fcr gutes Zusammenleben&#8220;, erl\u00e4uterte der Vorsitzende des Freundeskreises Uganda, Tim Zajontz, die Initiative seines Vereins.<!--more--><\/p>\n<p>Gleich zu Beginn machte Juliane Kautzsch, Trainerin f\u00fcr interkulturelle Kommunikation, deutlich, welche Irritationen entstehen k\u00f6nnen, wenn mit kulturellen Gepflogenheiten gebrochen wird. Kautzsch bot den Teilnehmern an, sich vorzustellen, verstummte &#8211; auf Fragen der Anwesenden wartend &#8211; anschlie\u00dfend jedoch. Erst nach Minuten der Verwunderung, der Scham, ja sogar der Wut aufseiten der Teilnehmenden traute sich die Erste, mit der gesellschaftlichen Konvention zu brechen und die Trainerin durch eigenes Fragen kennenzulernen.<\/p>\n<p>Es folgte ein Training, in dem deutlich wurde, dass unsere Erwartungen und Bewertungen von Verhaltensweisen Ergebnisse verinnerlichter Regeln und Wertvorstellungen sind. Und so kamen &#8211; auf Deutsch, Englisch, Somali, Tigrinisch oder Arabisch &#8211; zahlreiche Erfahrungen mit kulturellen Unterschieden zur Sprache. Allt\u00e4gliches wie der H\u00e4ndedruck oder der Augenkontakt werden in unterschiedlichen Kulturen ganz unterschiedlich interpretiert. W\u00e4hrend der Schwabe einen leichten H\u00e4ndedruck einem willensschwachen &#8222;L\u00e4llab\u00e4bbl&#8220; zuschreibt, gilt ein starker H\u00e4ndedruck in Teilen Afrikas als feindselig. Als selbstverst\u00e4ndlich erwarten Europ\u00e4er, dass unser Gespr\u00e4chspartner uns in die Augen schaut. In vielen afrikanischen Gesellschaften ist es jedoch ein Zeichen des Respekts, seinem Gegen\u00fcber &#8222;volles Geh\u00f6r&#8220; zu schenken und deshalb w\u00e4hrend eines Gespr\u00e4chs besser ins Leere oder auf den Boden zu blicken.<\/p>\n<p>Die Trainerin legte besonderen Wert darauf, dass die Teilnehmenden zwischen Beobachtung und Interpretation zu trennen lernen, da es so m\u00f6glich werde, ins Gespr\u00e4ch zu kommen. &#8222;Durch die Beschreibung dessen, was wir sehen und das Aussprechen unserer eigenen Interpretation hat der andere eine Chance, seine Interpretation daneben zu stellen. So kann Kommunikation entstehen&#8220;, erkl\u00e4rte die Expertin. Kautzschs Credo: &#8222;Wir k\u00f6nnen negative Emotionen als Ergebnis entt\u00e4uschter kultureller Erwartungen nicht vermeiden. Wir haben jedoch die Chance, sie als Wegweiser zu nutzen.&#8220;<\/p>\n<p>Fazit f\u00fcr den Freundeskreis: &#8222;Unsere Gesellschaft ist m\u00e4\u00dfig bis gar nicht auf Fl\u00fcchtlinge vorbereitet, wir brauchen viel mehr Dialog.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu einem interkulturellen Training hat j\u00fcngst der Freundeskreis Uganda geladen. Eine bunte Truppe von 25 Teilnehmern traf sich dazu in Sankt Johannes. GEISLINGER ZEITUNG Was ist Kultur? Und welche Auswirkungen hat sie auf unser Zusammenleben? Welche Prozesse gehen in uns vor, wenn wir fremde Kulturen und Menschen wahrnehmen? 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